Medizinstrafrecht

Schwenn Kruse Georg Medizinstrafrecht

Medizinstrafrecht: Wenn der Vorwurf plötzlich im Raum steht

Ärzte geraten aufgrund der besonderen Risiken ihres Berufs vergleichsweise häufig in den Fokus strafrechtlicher Ermittlungen, und oft geschieht dies schneller als erwartet. Bereits ein Anfangsverdacht genügt, damit ein Verfahren eingeleitet wird, und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung. Denn neben der strafrechtlichen Dimension drohen regelmäßig auch erhebliche berufliche Konsequenzen. Deshalb kommt dem Medizinstrafrecht eine besondere Bedeutung zu.

Wann geraten Sie ins Visier der Ermittlungsbehörden?

Die Ermittlungen beginnen häufig bereits bei vermeintlichen Behandlungsfehlern, und dabei reichen schon tatsächliche Anhaltspunkte aus. Gerade in medizinischen Sachverhalten werden komplexe Zusammenhänge oft vorschnell bewertet, und gleichzeitig entsteht schnell ein erheblicher Druck auf die Betroffenen.

Besonders kritisch ist die Situation, wenn ein Patient im Krankenhaus verstirbt. In vielen Bundesländern führt dies fast automatisch zur Einleitung eines Todesermittlungsverfahrens. Hier begegnet uns oft das sogenannte Routinegutachten: Die Staatsanwaltschaft beauftragt standardmäßig einen Rechtsmediziner, um die Todesursache und ein mögliches Fremdverschulden zu klären. Was für die Behörden Routine ist, stellt für Sie als Arzt bereits die Weichenstellung für das gesamte weitere Verfahren dar.

„Öffentlichkeitsarbeit‘ des Verteidigers ist in erster Linie die Abwehr von Öffentlichkeit – oder von zu viel Öffentlichkeit.“

– Vortrag auf dem 
Medizinstrafrechtstag, 13.11.20
Johann Schwenn

Die Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Verfestigt sich der Verdacht aus dem Ermittlungsverfahren, droht eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Dies ist für Mediziner psychisch wie beruflich eine enorme Belastung. Hier geht es nicht mehr nur um medizinische Standards, sondern um die strafrechtliche Vorwerfbarkeit: Hätte der Erfolg (der Tod des Patienten) durch ein anderes Verhalten objektiv vermieden werden können?

Eine Anklage führt fast unweigerlich zu einer öffentlichen Hauptverhandlung, die wir mit allen juristischen Mitteln zu verhindern suchen, um Ihre Reputation zu schützen.

Wie prüfen wir den Vorwurf eines Behandlungsfehlers?

In Fällen vermeintlicher Behandlungsfehler beschränken wir uns nicht nur auf die Ermittlungsakte, sondern ziehen konsequent auch die Krankenunterlagen hinzu. Denn erst diese geben Aufschluss darüber, wie das tatsächliche Geschehen medizinisch einzuordnen ist.

Dabei zeigt sich häufig: Selbst wenn ein Fehler im Raum steht, lässt sich nur selten nachweisen, dass dieser auch ursächlich für den Tod eines Patienten war. Erforderlich wäre, dass er bei einer Behandlung lege artis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeblieben wäre. Genau dieser Nachweis gelingt in vielen Fällen nicht.

Wie lässt sich ein Verfahren frühzeitig beenden?

Wenn sich Zweifel an der Kausalität oder an der Bewertung ergeben, greifen wir frühzeitig ein und arbeiten diese konsequent heraus. Ziel ist es, bereits im Ermittlungsverfahren eine Einstellung zu erreichen und eine öffentliche Hauptverhandlung zu vermeiden.

Denn gerade im Medizinstrafrecht spielt die öffentliche Wahrnehmung eine zentrale Rolle, und eine frühzeitige Verfahrensbeendigung schützt Ihre Reputation nachhaltig.

Welche Rolle spielen Sachverständige?

Sachverständigengutachten sind häufig entscheidend. Gleichzeitig liegt hier ein erhebliches Risiko. Zwar erfolgt die Auswahl grundsätzlich durch den Richter, jedoch zeigt die Praxis, dass bereits im Ermittlungsverfahren Einfluss genommen wird.

Deshalb achten wir darauf, dass Ihre Rechte gewahrt bleiben und dass Sie vor der Auswahl eines Sachverständigen rechtliches Gehör erhalten. Denn nur so lässt sich verhindern, dass ein Gutachten entsteht, das von Anfang an in eine falsche Richtung weist.

Welche weiteren Vorwürfe spielen eine Rolle?

Neben klassischen Vorwürfen wie Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung vertreten wir Sie auch bei Abrechnungsbetrug und Korruptionsvorwürfen. Dabei behalten wir nicht nur das Strafverfahren im Blick, sondern auch die berufsrechtlichen Konsequenzen.

Denn Verfahren vor Ärztekammern oder Approbationsbehörden laufen häufig parallel und können langfristige Auswirkungen auf Ihre berufliche Existenz haben.

Warum ist eine spezialisierte Verteidigung entscheidend?

Im Medizinstrafrecht treffen medizinische Komplexität und strafrechtliche Bewertung unmittelbar aufeinander. Deshalb ist eine präzise Verteidigung entscheidend. Wir analysieren die Beweislage, wir hinterfragen Gutachten und wir greifen frühzeitig in das Verfahren ein.

Dabei profitieren Sie von der Erfahrung einesspezialisierten Strafverteidigers von Schwenn Kruse Georg, der sowohl die strafrechtlichen als auch die medizinischen Besonderheiten kennt und gezielt für Ihre Verteidigung nutzt.

Lassen Sie Ihren Fall jetzt prüfen

Wenn gegen Sie ein Vorwurf im Medizinstrafrecht erhoben wird, sollten Sie keine Zeit verlieren. Gleichzeitig treffen Sie auch keine vorschnellen Entscheidungen. Denn je früher Sie handeln, desto größer sind Ihre Möglichkeiten, Einfluss auf das Verfahren zu nehmen und Ihre berufliche Zukunft zu schützen. Eine frühzeitige und fundierte Einschätzung durch einen unserer Experten schafft Klarheit und gibt Ihnen die notwendige Sicherheit für die nächsten Schritte.

Rechtsratgeber.


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